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Circular Product Design

Beim Design für die Circular Economy besteht eine Kompetenzlücke. Es ist an den kreativen EntwicklerInnen und DesignerInnen, diese Lücke zu schließen. Solange sie das nicht tun, geht ihr Beitrag für die Circular Economy nahezu verloren.

„Unternehmen fragen nachhaltige Produktentwicklung nicht nach“

Wie viele für Nachhaltigkeit und Cradle to Cradle engagierte ProduktentwicklerInnen ich schon kennengelernt habe. Von vielen höre ich die gleiche (An)Klage: „Unternehmen fragen nachhaltige Produktentwicklung nicht nach.“ Kaum zu glauben, denn ressourcenschonendes Circular Product Design wird für Unternehmen in der Circular Economy zum Erfolgsfaktor.

Der eine bietet an, der andere braucht´s. Trotzdem kommt man nicht zusammen. Da drängt sich die Frage auf: „Was ist da los?“

Unternehmen brauchen Orientierung

Die Antwort ist einfach, die Lösung komplexer. Nachhaltige Produktentwicklung und Circular Product Design sind unterschiedliche Dinge. Sie verhalten sich zueinander, wie die geheime Zutat zum fertigen Kuchen.

Das aktuelle Anforderungsverhältnis zwischen ProduktdesignerInnen und Unternehmen ist klar: geliefert werden soll die geheime Zutat, die den Unternehmenskuchen zum begehrtesten auf dem Markt macht. Dass sie diese geheime Zutat liefern können, sorgt bei DesignerInnen für gefüllte Auftragsbücher.

Mit „Nachhaltigkeit“ und „Cradle to Cradle“ bieten Gestalter den Unternehmen nun eine geheime Zutat an, mit der Unternehmen wenig anfangen können. Denn sie haben nur vage Ideen, wie sie diese neue Zutat verwenden sollten – und um die Ideen für neuen Kuchen auszuarbeiten, fehlt die Zeit und (noch) der Antrieb. Wenn ProduktdesignerInnen ihre geheime Zutat Nachhaltigkeit platzieren wollen, müssen sie Unternehmen eine greifbare Idee liefern, wie dieser neue Kuchen mit der neuen Zutat im fertigen Zustand aussehen könnte – und was ihn für Kunden begehrenswert macht.

Das heißt: Interessant sind nachhaltige Produkt- und IndustriedesignerInnen für Unternehmen nur, wenn sie ihre Dienstleistung „nachhaltige Produktentwicklung“ argumentativ in ein größeres Konzept einordnen. Unternehmen suchen Orientierung. Sie müssen diese Orientierung bieten.

Nachhaltigkeit alleine reicht nicht – aber ohne geht es nicht

Unternehmen argumentieren, dass Konsumenten Produkte nicht deshalb kauften, weil diese nachhaltig seien. Das ist richtig. Dem halte ich entgegen: „In Zukunft werden Konsumenten Produkte deswegen nicht kaufen, weil sie nicht nachhaltig sind.“

Ich kann diese Behauptung untermauern. Wenn Sie als nachhaltigeR IndustriedesignerIn Unternehmenskunden gewinnen wollen, müssen Sie das auch können. Das geht nicht nur über Argumente von Nachhaltigkeit oder dem abstrakten Gedanken des Cradle to Cradle. Mehr noch: Sie müssen Lösungen anbieten können. Dafür bedarf es eines Ansatzes, der Produkt- und Geschäftsmodellentwicklung als ganzheitliches Konzept betrachtet.

Circular Product Design als ganzheitliches Konzept

Produkt- und IndustriedesignerInnen kommt bei der Entwicklung dieses Ansatzes eine Schlüsselrolle zu. Diese Rolle müssen Sie jedoch aktiv einnehmen und bewusst in die Kompetenzlücke eintreten, die aktuell bei Unternehmen zum Circular Product Design vorherrscht. Das ist einfacher, als es klingt. Im April biete ich Ihnen dafür jeweils in Frankfurt, München und Berlin den Workshop „Circular Product Design“ an. Sie lernen dort, Ihr Angebot „nachhaltigen Produktentwicklung“ zu konzeptionellen Dienstleistung „Circular Product Design“ aufzubauen.

Autor*in

Susanne Volz

Susanne Volz ist Umweltwissenschaftlerin mit über zehn Jahren Erfahrung in der wissenschaftlichen Umweltpolitikberatung auf europäischer und nationaler Ebene. Sie berät Unternehmen und Designer beim Circular Product Design und ist Lehrbeauftrage an verschiedenen Hochschulen.

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