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Interview Festival 2017

Das ökoRAUSCH Festival 2017 läuft nun schon eine ganze Woche und begeistert jeden Tag viele Besucher*innen. Ein guter Moment, um euch weitere Details zu den Hintergründen zu verraten.

Was verbindet das ökoRAUSCH Festival und Köln?
Als ökoRAUSCH 2008 als erste große Veranstaltung für nachhaltiges Design in Deutschland gegründet wurde, war sofort klar, dass Köln ein super Standort für dieses Thema ist. Denn Köln hat sowohl eine innovative Design als auch eine sehr lebendige Nachhaltigkeitsszene. Das Kölner Publikum ist immer offen für Neues und die Stadt ist beliebt, so dass wir jedes Jahr mehr und mehr Besucher*innen anziehen, die sich für den coolen Mix aus Design und Nachhaltigkeit interessieren.

Du erwähnst die hippe Kölner Design- und Nachhaltigkeitsszene. Wodurch zeichnen sie sich aus?
Aktuell nimmt NRW eine Vorreiterrolle als Standort für Kreativwirtschaft und nachhaltiges Design ein. Speziell auf dem Gebiet des nachhaltigen Designs kann Köln jede Menge bieten: Mit der ecosign, die seit 20 Jahren bundesweit die einzige Akademie ist, die sich ausschließlich nachhaltigem Design widmet oder auch der KISD (Köln International School of Design), die das Thema schon seit Jahren in ihren Lehrplan integriert hat, stehen Studierenden zwei renommierte Ausbildungsstätten offen. Eine Vielzahl kleiner und größerer Agenturen oder Labels, die sich nachhaltigem Design widmen, sind das Resultat. So ist es nur logisch, dass sich hier viele Designer*innen ansiedeln, die Gestaltung mit Sinn verbinden wollen.

Das letzte Festival fand im Herbst 2014 statt. Was hat sich seit dem getan?
2015 haben wir eine kreative Pause eingelegt, um das Festival neu auszurichten. Zu den wichtigsten Ergebnissen zählt, dass wir ökoRAUSCH noch klarer als Designfestival positionieren wollen – und zwar eines, das sich ausschließlich dem Themenkomplex Nachhaltigkeit widmet. Letztes Jahr haben wir das ECO DESIGN FORUM international ins Leben gerufen – eine Plattform für mehr Umweltschutz und faire Arbeitsbedingungen durch und mithilfe von Design weltweit. Gestartet haben wir mit Workshops in den Kölner Partnerstädten Bethlehem und Tel Aviv in Kooperation mit der Stadt Köln. Um davon zu berichten, aber auch um aktuelle Inhalte zu teilen, haben wir dann einen Blog gelauncht. Und last but not least wurde das Festival vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) in Düsseldorf mit dem Qualitätssiegel „Projekt Nachhaltigkeit“ ausgezeichnet.

Und in diesem Jahr? Was erwartet die Besucher*innen?
Das ökoRAUSCH Festival findet erstmalig am renommiertesten Ort für Design in Köln, dem Museum für Angewandte Kunst (MAKK) statt. Die Ausstellung präsentiert auf über 200 m² 36 internationale Gestalter*innen. Neu ist auch die internationale Dimension, die sich in der Ausstellung und im Festivalprogramm niederschlägt. Freut euch zum Beispiel auf Disarming Design aus Ramallah, IOTA aus Tel Aviv, Drap-Art aus Barcelona oder das Sustainable Living Film Festival aus Istanbul. SÜRDÜRÜLEBILIRLIK heißt übrigens Nachhaltigkeit auf Türkisch :).

Verrätst Du uns Dein persönliches Highlight des Festivalprogramms?
Gemeinsam mit Stadt Land Welt e.V. ist es uns gelungen, ein umfangreiches und spannendes Programm zusammenzustellen. An jedem Festivaltag stehen andere Nachhaltigkeitsthemen im Mittelpunkt. So geht es am 21. Mai beispielsweise um die Frage, was Urban Design zur Gestaltung der Gesellschaft beitragen kann. Hierzu laden wir Expert*innen ein, die aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln kreative Lösungen vorstellen: Mit Nicolas Beuckers Konzept des Social Design, Van Bo Le-Mentzel (Tinyhouse University Berlin) sowie Sven Lüdecke und seiner Idee von rollenden Wohnboxen für Obdachlose begeben wir uns auf die Suche nach innovativen Projekten.

Dieses Interview mit Dunja ist in Kooperation mit unserem Partner KölnTourismus und #urbanCGN entstanden – weitere coole Artikel findet ihr hier.

Autor*in

Dunja Karabaic

Dunja Karabaic

Dunja ist Gründerin von ökoRAUSCH und leitet seit 2008 alle Aktivitäten des Projekts. Sie freut sich darüber, dass ökoRAUSCH gerade auch als Festival seit 2012 mehr und mehr Publikum anzieht und deutschlandweit zur Marke geworden ist. Mit dem Neustart 2016 warten spannende Herausforderungen, wie die Internationalisierung des Festivals und die Etablierung des Blogs auf das Team! Foto: VeithKlub Fotografie

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