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Die Stadt gemeinsam gestalten

Einmal im Jahr bietet der Tag des guten Lebens allen Bürgern der Stadt die Möglichkeit, gemeinsam den Freiraum an einem autofreien Sonntag zu gestalten – dieses Jahr im Agnes- und Eigelsteinviertel am 1. Juli 2018. Welche Chancen – und Herausforderungen – bietet der Tag des guten Lebens für Designerinnen und Designer?

Morgens um neun, am Tag des guten Lebens, sind die Straßen leer. Niemand fährt, wo sonst Verkehr rauscht, vierspurige Straßen lassen sich sorglos queren, freie Parkbuchten laden ein, Dinge zu bauen.

Es entsteht, für einen Tag, Freiraum. Mitten in Köln, mitten in einer engen, wachsenden Stadt, in der Freiräume ansonsten verloren gehen.

Der Tag des guten Lebens ist ein Experiment, ein Labor, eine Versuchsanordnung. Was passiert, wenn wir den Straßen den Bürgern für einen Tag zurück geben? Den öffentlichen Raum vor ihren Häusern und Wohnungen? Was passiert, wenn wir Vereine, Musiker*innen, Künstler*innen, Köche und Clowns einladen?

Foto: Tag des guten Lebens Koeln
“Stadtbausteine - Bau mit in Deutz!” eine interaktive Installation von Knüvener Architekturlandschaft & karzelwillkarzel Architekten beim Tag des guten Lebens 2017 in Köln-Deutz. Photo: Jann Höfer 2017, www.jannhoefer.de

Mit diesem Experiment wollen wir vor Ort Antworten finden auf die großen Herausforderungen unserer Zeit. Denn wir müssen den Wandel in der Stadt aktiv gestalten, und das ist herausfordernd. Lebt doch Stadt und “das Urbane” von der Widersprüchlichkeit und den Kontrasten im urbanen Raum, von den unterschiedlichen Gruppen und Interessen sowie den Aushandlungsprozessen, die aus ihnen erfolgen. Dort, wo Stadt zentral “durchgestaltet” wird, verliert sie leicht ihre Lebendigkeit, wird “sub-urban” statt “urban”.

Gerade deshalb braucht es gemeinsame, kollektive Experimente – und gute und umsichtige “Stadt-Gestalterinnen und Gestalter”. Menschen, die Lösungen gemeinsam mit den Anwohnerinnen und Anwohnern entwickelt, die den öffentlichen Raum neu erkunden und gestalten, die Mobilität und Miteinander neu gestalten.

Der Tag des guten Lebens, als experimentelle Mischung aus autofreiem Sonntag und Nachbarschaftsfest, bietet eine Plattform, Stadtgestaltung auszuprobieren. Für einen Tag schaffe wir Deutschlands größte urbane autofreie Zone, die von Anwohnerinnen und Anwohner sowie von Organisationen der Stadtgesellschaft gestaltet werden kann. Dabei ist viel möglich – vom einfachen Nachbarschaftsfrühstück bis hin zu ausgefeilten Aktionen und Ständen.

Einladung an Designerinnen und Designer

Herzlich einladen möchten wir auch und insbesondere Designerinnen und Designer, die ihr Fach breit denken und (Stadt-)Gesellschaft mitgestalten wollen. Wie lassen sich die Zukunftsthemen unserer Zeit im öffentlichen Raum behandeln? Wie lassen sich Diskurse anstoßen? Wie Lösungen finden? Wie Engagement und Initiative über den Tag hinweg entwickeln?

Wir freuen uns besonders über Aktionen, die sich ausdrücklich mit Stadt, dem öffentlichen Raum und den Interaktionen darin auseinandersetzen. Designer*innen bringen dabei sicher eine besondere Sensibilität dafür mit, Stadtraum-Experimente so zu gestalten, dass interaktive, partizipative Erfahrungs- und Reflektionsräume geschaffen werden, die auch über den Tag des guten Lebens hinaus wirken.

Wer mit seinem Design Partizipation und Interaktion fördern möchte, wer Design-Prozesse öffnen möchte, für den bietet der Tag des guten Lebens viele Möglichkeiten. Nutzt die Gelegenheit!

Aktionen im Zentralen Programm “Das Köln, das wir wollen” können bis zum 1. Juni 2018 angemeldet werden.

Infos bekommt ihr auf unserer Website, per Email beim Programm-Team oder an unserem Infobüdchen im Gebiet.

29. Mai 2018

Thema: Gesellschaft gestalten

Schlagwort: , ,

Autor*in

Martin Herrendorf

Dr. Martin Herrndorf ist Autor, Unternehmer und Projektentwickler in den Bereichen Nachhaltigkeit, Sozialunternehmertum und Stadtentwicklung. Er hat die Agora Köln und den Tag des guten Lebens seit Beginn begleitet und mit entwickelt und ist 2018 für die Kommunikation zuständig.

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