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Ein Licht für die Bildung

Nach „Little Sun“ bringt der Künstler Olafur Eliasson jetzt die Solarlampe „Diamond“ auf den Markt. Warum ist das Kunst und Entwicklungshilfe?

Vor Little Sun waren Sie für effektvolle Kunstwerke wie die künstlichen Wasserfälle bekannt. Wie sind Sie dann auf die Idee gekommen, eine Solarlampe zu entwickeln?

Jeder Mensch braucht Energie und das verändert das Klima. Ein Problem ist, dass Energie so abstrakt ist. Der Unterschied, ob Strom von fossilen Brennstoffen oder nachhaltigen Quellen stammt, ist schlecht spürbar. Ich wollte nachhaltige Energie greifbar vermitteln. Daher hat Little Sun eine Sonnen-Form, die Positivität ausstrahlt. Gleichzeitig war mir wichtig, dass Solarenergie Menschen in Entwicklungsländern erreicht.

Foto: Jens Ziehe

Little Sun gibt es seit fünf Jahren. Jetzt bringen Sie Little Sun Diamond auf den Markt. Warum?

Der Diamond ist ein Design-Upgrade. Die erste Lampe hatte ein tolles Design, vor allem für Kinder. Ich glaube, Little Sun Diamond wird mehr Jugendliche und Erwachsene ansprechen.

Was kostet Little Sun Diamond?

In Deutschland 30 Euro. Nach Afrika liefern wir die Lampe zum Produktionskostenpreis an unsere Partner – subventioniert durch das Geld, das wir über die Verkäufe in Ländern des globalen Nordens verdienen. So können die Menschen in Afrika die Lampe für rund 10 Euro kaufen.

Welche Verbreitung hat Little Sun schon?

Bisher haben wir 280.000 Lampen nach Subsahara-Afrika geliefert. Da im Schnitt vier Menschen pro Haushalt eine Lampe nutzen, erreichen wir mit Little Sun etwa eine Million Menschen. Man sagt, dass eine Lampe jede Woche circa einen Dollar spart. Über den Kontinent verstreut sind das 280.000 Dollar pro Woche. Das ist Geld, das sonst in fossile Brennstoffe wie Petroleum und Kerosin gehen würde.

Sie klingen zufrieden.

Ja, aber es gibt noch viel zu tun. Es leben 1,2 Milliarden Menschen ohne Zugang zu Strom. Das hat auch Auswirkungen auf die Bildungschancen: Eine Studie hat gezeigt, dass Kinder mit Solarleuchte täglich eine Stunde länger für ihre Hausaufgaben haben und sich ihre Lernkurve verbessert.

Der Artikel erschien im Original im September 2017 auf enorm-magazin.de
Weitere Infos gibt es unter: www.littlesun.com oder im enorm Shop

Autor*in

Xenia von Polier

Xenia von Polier hat Geschichts- und Politikwissenschaft studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin in Berlin. Ihre Themen: Nachhaltigkeit und Bildung, grüne und soziale Innovationen. Sie plant und leitet Publikationen für Verlage, Stiftungen und Bundesministerien. Beim enorm Magazin ist Xenia Mitglied der Chefredaktion.

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