Ersatzteile 3D gedruckt

Das SUSTAINABLE DESIGN CENTER e.V. ist ein unabhängiges Kompetenzzentrum für ökointelligentes Gestalten im weitesten Sinne. Sein jüngstes Projekt trägt den Titel »Wiederverwendung durch Reparatur stärken – Potentiale des 3D-Drucks zur Ersatzteilbeschaffung nutzen«.

Schnell und in Gedanken ganz woanders drücken wir den Schalter. Doch anstatt wie tausende Male davor den Toaster zu starten, das Licht anzumachen oder den Wasserkocher auzustellen – bricht der Schalter ab. Und obwohl das Gerät eigentlich noch vollkommen in Ordnung ist, können wir es nicht mehr bedienen. Ein 35 Cent Artikel ist häufig verantwortlich für die Entsorgung eines an sich voll funktionsfähigen Geräts. Denn die Reparatur ist zu teuer und das Ersatzteil – wenn überhaupt – nur schwer zu beziehen.

Schlüsselkäfig
3D gedruckter Schlüsselkäfig, Foto Matthias Röder

Inzwischen gibt es zumindest theoretisch die technischen Möglichkeiten, Ersatzteile in Eigenregie zu produzieren. Doch die Praxis sieht meist anders aus. Mit dem Projekt verfolgen wir das Ziel, Nachhaltigkeitspotentiale des 3D-Druck besser zu nutzen. Auf diese Weise wollen wir die Wieder- und Weiterverwendung von Geräten fördern und Ressourcen schonen, die ansonsten für die Produktion neuer Geräte benötigt würden.

Denn der Berg weggeworfener Haushaltsgeräte wächst stetig. Und das vor allem auch, weil für viele Geräte einfach keine passenden Ersatzteile zur Verfügung stehen oder nur schwer zugänglich sind. Mit 3D-Druckern ist es möglich, auf einfache Weise simple Ersatzteile zu erschwinglichen Preisen herzustellen und in ansonsten noch funktionsfähige Altgeräte einzubauen.

Ziel ist es Menschen mit 3D-Druck Know-How aus Makerspaces und Fab Labs mit Initiatoren von Repair Cafés und Reparaturbetrieben zusammenzubringen. Es sollen Hürden und Best Practices in der Zusammenarbeit identifizieren und Maßnahmen erarbeiten, die mögliche Potentiale des 3D-Drucks für die Ersatzteilproduktion stärken. Dazu werden im Verlaufe des Projektes immer wieder Workshops veranstaltet, in denen zusammen mit den beteiligten Akteuren Konzepte für diese interdisziplinare Aufgabe entwickelt werden.

Als eine Maßnahme soll zum Beispiel in einer Umfrage identifiziert werden, welche Teile an welchen Geräten denn gemeinhin kaputt – oder vielleicht sogar verlorgen – gehen. Falls dir beim Lesen also gerade dein angebrochener Griff von deiner Gartenschlauchspritze einfällt – mache ein Foto davon und lades es hier hoch: http://www.sdcblog.de/was-ist-euch-kaputt-gegangen/

Auf dem Blog des SDC wird über den Verlauf des Projektes berichtet werden:
http://www.sdcblog.de/tag/reparatur_3d-druck/

SUSTAINABLE DESIGN CENTER e.V.

Foto Beitragsbild: Astrid Lorenzen

Autor*in

Anika Paape

Anika studierte Industriedesign an der Kieler Muthesius Kunsthochschule. Mit dem Schwerpunkt auf nachhaltiger Konzeption und Produktgestaltung kam die Erkenntnis, dass man als Produktgestalter*in häufiger Teil des Problems als Teil der Lösung ist und damit die Hindwendung zu konzeptionelleren Projekten. Hierbei liegt ihr Schwerpunkt derzeit im Bereich „Reparatur und 3D-Druck“: Wie können Reparateur*innen im privaten Rahmen oder in Repair Cafés noch mehr Selbstermächtigung erlangen und ihre Ersatzteile schlichtweg selbst 3D-ducken? Außerdem interessiert sie sich als selbsternannte Tüftlerin für offene Werkstätten, ist in der Makerszene aktiv und Mitinitiatorin des Repair Cafés im BüzE.

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