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Soziales Design

Soziale Gerechtigkeit

Immer weniger Menschen besitzen immer mehr. Immer mehr Menschen besitzen immer weniger. Die soziale Schieflage spaltet die Gesellschaft: Prekäre Arbeitsverhältnisse, schlechte Aufstiegschancen aufgrund der sozialen Herkunft, eine fehlgeleitete Steuer- und Finanzpolitik, die Privatisierung öffentlicher Güter und eine Gewinnausschüttung von Unternehmen zugunsten ihrer Aktionäre und zu Lasten der Reallöhne sorgen für Verdruss und Unsicherheit in der Gesellschaft.

Die aktuelle Entwicklung ist ökonomisch kontraproduktiv, ein Hindernis in der weltweiten Armutsbekämpfung und untergräbt die demokratische Grundordnung in einem der fortschrittlichsten Länder der Welt.

Ein Umstand, den weder verschiedene Initiativen, NGOs und Gewerkschaften noch Designer*innen und Künstler*innen unkommentiert lassen wollen. Sowohl im Cluster Soziales Design & Fair Trade der ökoRAUSCH Designausstellung als auch in der Themenausstellung werden kreative Lösungsansätze vorgestellt, die benachteiligten Bevölkerungsgruppen zu eigenem Einkommen oder einfach zum Überleben verhelfen. Die vorgestellten Aktionen sensibilisieren zugleich für Missstände innerhalb der Gesellschaft.

Die Arm-Reich-Schere

Vermögen

Studien von Oxfam, vom DGB und vom  Paritätischen Wohlstandsverband bestätigen, dass das Ausmaß sozialer Ungleichheit in den vergangenen Jahren weiter zugenommen hat. Sowohl weltweit als auch in Deutschland sind Vermögen extrem ungleich verteilt.

Soziale Ungerechtigkeit

Einkommen

Auch das Einkommenswachstum kommt derzeit vor allem den Reichen zugute. Die ärmere Bevölkerung profitiert kaum. Dies gilt für die Einkommenssteigerung in Deutschland und weltweit. Auch sind die Einkommenszuwächse in den reicheren Ländern größer als in den ärmeren.

Mit ihren Aktionen wie mobile Wohnboxen und aus Regenschirmen genähte Schlafsäcken für Obdachlose leisten die Designer Sven Lüdecke und Radames Eger konkrete Hilfestellung. Zugleich machen sie aber auch auf die wachsende soziale Ungerechtigkeit, steigende Armut und Obdachlosigkeit in Deutschland aufmerksam.

Soziale Ungerechtigkeit

Was bringt der Faire Handel wirklich?

„Fairtrade kann wichtige positive Veränderungen für ländliche Gebiete erwirken und die Lebensumstände von Arbeiter*innen und Kleinbauern und -bäuerinnen verbessern.“

Die Studie zur Wirkung von Fairtrade

Das ist das Ergebnis einer vom Evaluierungsinstitut CEval erstellten Studie zur Wirkung von Fairtrade auf die Armutsreduktion durch ländliche Entwicklung. Die Studie wurde bei Kleinbauernkooperativen in Ghana (Kakao), Peru (Kaffee), und Peru (Bananen), und auf Plantagen in Kenia (Blumen) und Indien (Tee) durchgeführt. Die Vertragslandwirtschaft wurde Indien (Baumwolle) unter die Lupe genommen. Um zu Vergleichswerten zu gelangen, wurden bereits seit langem Fairtrade-zertifizierte Produzent*innen mit erst kürzlich zertifizierten verglichen.

Was bewirken faire Arbeitsbedingungen?

1. Leicht höhere und vor allem stabilere Einkommen von zertifizierten Kleinbauern führen zu einer höheren Spar- und Investitionstätigkeit.

2. Arbeitsbedingungen auf Fairtrade Blumenplantagen sind deutlich besser als auf nicht-zertifizierten, vor allem im Bereich Gesundheitsschutz.

3. Weiterbildungsprogramme vermitteln Themen wie landwirtschaftliche Aspekte, Marktwissen, Organisationsstrukturen, Arbeitssicherheit und das Konzept von Fairtrade.

4. Gender-Komitees in den Kooperativen stärken die Rolle der Frau, haben jedoch wenig Einfluss auf das traditionell verankerte Rollenverständnis von Männern und Frauen in der Region .

Was erreicht die Fair trade Prämie?

Zusätzlich zum Verkaufspreis erhalten Fairtrade-Produzent*innen eine Fairtrade-Prämie. Mit der FairTrade Prämie setzen sowohl Kleinbauern und bäuerinnen und Plantagen-Arbeiter*innen Entwicklungsprojekte in ihren Gemeinden und Regionen um. Oft nutzen die Projekte einer breiten Bevölkerung; wie z.B. Investitionen in Straßen.

Im Bildungs- und Gesundheitswesen führt insbesondere der Straßenbau zu deutlichen Verbesserungen z.B. durch eine verbesserte Erreichbarkeit von Schulen und Gesundheitseinrichtungen.

Neoliberalismus ins Museum

In einer politisch-satirischen Performance zogen am 6. August 2016 250 Aktive der Attac-Sommerakademie, Kulturschaffende und Journalist*innen gemeinsam durch die Düsseldorfer Altstadt. Sie präsentierten verschiedene Kunstwerke, sämtlich Symbole des Neoliberalismus, wie die Handtasche von Maggie Thatcher oder den „Homo Oeconomicus“, um sie schließlich ins Museum zu bringen. Das Kunstforum NRW integrierte sie anschließend in seine Ausstellung Planet B.

„Was ist absurdere Kunst als ein System, das behauptet: Wenn jeder den anderen nieder konkurriert, entsteht für alle das Beste?“, fragten die Initiatoren. Denn zu der katastrophalen Bilanz des Systems gehören tiefe Finanz- und Wirtschaftskrisen, die sich vergrößernde Schere zwischen Arm und Reich und die Anheizung von Umweltzerstörung und Klimawandel. „Deshalb gehört der Neoliberalismus ins Museum.“

Soziales Design
Fotos: Herbert Sauerwein

Autor*in

Lenka Petzold

Lenka Petzold ist als freiberufliche Designerin auf ökologisch und sozial ausgerichtete Projektarbeit fokussiert. Sie arbeitet in der Konzeption sowie in der Gestaltung, ist als Initiatorin mehrerer Projekte tätig und als Bildungsreferentin aktiv.

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